Störungshilfe: Fehler & Probleme
Schritt für Schritt zur Ursache – von „Internet geht nicht“ bis „WLAN bricht ab“. Immer von oben nach unten vorgehen.
Internet geht nicht
- Betrifft es alle Geräte? Wenn nur eines betroffen ist → Ein Gerät kommt nicht ins Netz.
- Störungsmeldung prüfen: Per Handy (mobile Daten) auf der Störungsseite des Anbieters oder z. B. allestoerungen.de nachsehen.
- Router-LEDs ansehen: DSL/Glasfaser/Online-LED leuchtet nicht oder blinkt → Problem auf der Leitung.
- Kabel prüfen: DSL-Kabel fest in TAE-Dose („F“-Buchse) bzw. Glasfaser-Modem (ONT) mit Strom und LAN-Verbindung zum Router.
- Neustart in richtiger Reihenfolge: Router (und ggf. Modem/ONT) 30 Sekunden vom Strom trennen, erst Modem, dann Router starten, 3–5 Minuten warten.
- Router-Oberfläche öffnen (z. B. 192.168.178.1 oder 192.168.0.1): Ereignisprotokoll zeigt oft „PPPoE-Fehler“ oder „Zugangsdaten falsch“ – Zugangsdaten neu eintragen.
- Hilft nichts: Störung beim Anbieter melden (siehe unten).
Internet zu langsam
- Richtig messen: Per LAN-Kabel direkt am Router messen, nicht per WLAN – nur so ist der Anschluss vergleichbar. In Deutschland rechtssicher: Breitbandmessung der Bundesnetzagentur (breitbandmessung.de).
- Per Kabel schnell, per WLAN langsam? Dann liegt es am WLAN → WLAN-Probleme.
- Hintergrundlast: Cloud-Backups, Updates, Streaming auf anderen Geräten pausieren und erneut messen.
- Leitungswerte im Router: Bei DSL Sync-Geschwindigkeit und Fehlerzähler ansehen; deutlich unter dem Tarif → Anbieter kontaktieren.
- Hardware: Alte Router, Fast-Ethernet-Ports (100 Mbit/s) oder beschädigte Kabel bremsen. Kabel tauschen, Port-Geschwindigkeit prüfen.
- Abends langsam? Überlastung beim Anbieter (Kabel-Internet) – mehrere Messungen zu verschiedenen Zeiten dokumentieren.
WLAN-Probleme
- Schlechter Empfang: Router frei und erhöht aufstellen, nicht in Schrank oder hinter dem Fernseher. Dicke Wände, Fußbodenheizung und Spiegel dämpfen stark.
- Frequenz: 2,4 GHz reicht weit, ist aber überfüllt; 5 GHz/6 GHz ist schneller, aber kürzer. Band-Steering (gleicher Name für alle Bänder) meist aktiv lassen.
- Kanal: Bei vielen Nachbarnetzen im Router automatische Kanalwahl nutzen oder manuell 1, 6 oder 11 (2,4 GHz) wählen.
- Abbrüche: Router-Firmware und WLAN-Treiber aktualisieren; bei alten Geräten WPA2/WPA3-Mischmodus statt nur WPA3.
- Funklöcher: Mesh mit LAN-Rückverbindung oder Access Point per Kabel statt einfachem Repeater – siehe WLAN-Repeater und Powerline.
- „Verbunden, kein Internet“: WLAN am Gerät „vergessen“ und neu verbinden; geht das Internet per Kabel, liegt es am WLAN-Gerät.
Ein Gerät kommt nicht ins Netz
- Gerät neu starten, Flugmodus aus, WLAN/LAN-Adapter aktiv.
- IP-Adresse prüfen (Windows:
ipconfig, macOS/Linux:ip abzw. Netzwerkeinstellungen). Adresse 169.254.x.x = kein DHCP erhalten. - Feste IP-Einstellungen am Gerät entfernen und auf „automatisch“ stellen.
- Im Router prüfen: MAC-Filter, Kindersicherung oder Gerätesperre aktiv? DHCP-Bereich voll?
- Router per
ping 192.168.178.1testen (eigene Router-Adresse einsetzen). Antwort ja, Internet nein → DNS prüfen.
Seiten laden nicht (DNS)
Wenn ping 1.1.1.1 funktioniert, aber Webseiten nicht laden, ist meist die Namensauflösung (DNS) gestört.
- DNS-Cache leeren: Windows
ipconfig /flushdns. - Im Router testweise einen anderen DNS-Server eintragen (z. B. vom Anbieter, 9.9.9.9 oder 1.1.1.1).
- Werbeblocker wie Pi-hole/AdGuard Home vorübergehend umgehen – ein abgestürzter DNS-Filter legt das ganze Netz lahm.
Telefon geht nicht
Vor dem Anruf beim Provider
Das spart Zeit in der Hotline:
- Kundennummer, Vertragsdaten und Anschlussadresse bereithalten.
- Seit wann besteht das Problem, betrifft es alle Geräte, was wurde schon getestet (Neustart, Kabel, LAN-Messung)?
- Screenshot vom Router-Ereignisprotokoll und den Leitungswerten.
- Bei dauerhaft zu geringer Geschwindigkeit: Messprotokoll der Bundesnetzagentur – Grundlage für Minderung oder Sonderkündigung nach TKG.